Was ist im Hintergrund der Zeit ?

Alles Existierendes gehört der Menge aller Dinge in der Zeit. Ist darauf die Zeit auch ein Ding als das Element dieser Menge? Diese Frage klingt fremd als: existiert die Zeit in der Zeit? Was ist praktisch eine Geschwindigkeit der Zeit? Die Geschwindigkeit jeder physikalischen Größe ist im allgemeinen die Änderung dieser Größe über die Zeit. Ist danach Geschwindigkeit der Zeit eine Zeit über die Zeit? Unsinn! Da ist eine Tautologie! Die Messung der „Zeit“ entspricht immer der Dauer physikalischen Prozesses und berührt keine Zeit. Niemand war niemals unmittelbar im Kontakt mit der Zeit. Und Physik bleibt ohne die Möglichkeit irgendetwas von reiner Zeit zu sagen. Sie kann nur diese Schwierigkeit verschweigen und nur von der physikalischen „Zeit“ zu sprechen. Die Zeit bleibt das Geheimnis des Wissens. Aus ihrer Unmöglichkeit im Wissen folgt fürchterliche Folge für die Naturwissenschaft mit dem Ergebnis: Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kräfte, Felder … mit gesamtem Inhalt der Physik … entspringen als Unmöglichkeiten des Verständnisses im unvollständigen Wissen der Physik mit klarer Begrenztheit. Aus dieser Schwierigkeit taucht ein unangenehmes Hindernis auf. Mit unabweisbaren Beschluß:

- Abwesenheit des Wissens von der Zeit impliziert unmittelbar Unvollständigkeit der Physik -

aus reiner Unsicherheit der Identität

- Zeit an sich ist Zeit aus sich.

„Eroberung der Gesamtheit“ ist deshalb unmögliche Mission des Wissens in der Physik. Die Welt allein ist daraus potentielle Illusion. Und das erste Opfer ist möglich eben die Zeit! Es ist klar: die „Zeit an sich“ existiert in der Physik überhaupt nicht! Erst als die „Zeit aus sich“ war sie der Physik „selbstverständlich“. Aber! Ohne das Recht. Die Einsteinsche Revolution der Physik hat eben mit der „Zeit aus sich“ begonnen. Sie ist untrennbar mit dem „Raum aus sich“ verbunden. Also! Der „Raum an sich“ existiert, als Folge, physikalisch auch nicht. Wir können so nur von der „Raum-Zeit aus sich“ noch zu sprechen. Mit legitimer Frage: was ist die „Raum-Zeit an sich“? Sie ist notwendigerweise „etwas ontologisch“ als die Ursache der physikalischen „Raum-Zeit aus sich“!

Was ist also im Hintergrund der Zeit? Ist dort die notwendige Bedingung für das Verständnis der Relation zwischen Transzendenz und Kontingenz?

Noch aus den Zeiten von Euklid ist uns wohl bekannt: eine Gerade ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. So ist auch leicht vorstellbar: eine euklidische Gerade kann unendlich weit ins Weltall erstreckt werden. Aber, andererseits, noch eine Kanditatin für wahre Gerade, die einen riesigen Raum umrundet und ein Kreis schließt, kann als nichteuklidische perfekte Gerade erkannt werden: sie ist eine Repräsentantin der Gekrümmtheit des Raumes und im Bereich der allgemeinen Relativitätstheorie als eine Geodäte eingeführt werden kann. Der Ausgangspunkt und der Endpunkt dieser Gerade sind dasselbe. Damit lehnen wir scharf den unvorstellbaren Begriff „Unendlichkeit“ ab. Der Preis dafür (=die Abschaffung der Unendlichkeit) ist ein Anspruch aus der Einsteinschen Theorie: Gekrümmtheit des Raumes.

Die Wellen der Quantenmechanik bringen auch ein Wunder: es trägt an sich die Informationen von den Elementarteilchen und liefert die Wahrscheinlichkeit seiner Anwesenheit im Raum während des physikalischen Experiments. Die Natur dieser Wellen ist aber das Eigentum der Ontologie und kann keineswegs mit der Natur der Objekte in der Physik vergleichbar sein. Klassisch alles unvorstellbar, praktisch alles funktioniert.

Trivial!

Nicht aber annehmbar im Bereich ortodoxer Physik!

Ich zitiere dafür eine standarde Ansicht von ihr:

„Wir wissen heute, daß vor etwa 13,7 Milliarden Jahren alle Materie wahrscheinlich aus einem Punkt unendlicher Dichte entstand. Erst mit der explosionartigen Ausdehnung konnte sich der uns geläufige Raum entfalten. Aufgrund unserer Beobachtungen ist es nicht möglich auf Ereignisse zu schließen, die vor diesem Zeitpunkt stattfanden. Deshalb ist es völlig sinnlos darüber zu spekulieren, was vor diesem Zeitpunkt gewesen sein könnte. Denn Ereignisse vor dieser unserer Zeit können in keiner Weise einen Einfluß auf die Entwicklung des Universums haben, und so ist die Frage, ob es vorher schon Raum (oder Zeit) gab, absolut unbeantwortbar. Verschiedene Hypothesen deuten zwar darauf hin, daß unser Universum aus einer Fluktuation, einer plötzlichen Schwankung des Zustandes eines übergeordneten Universums („Multiversum“, „Hyperraum“) entstand. Was immer man darunter verstehen mag, bleibt dies vorerst nicht mehr als Spekulation“.

Ist diese Darstellung widerspruchsfrei?

Einstein war klar: da wo Materie oder Energie ist, da ist auch Raum. Oder - anders betrachtet: Erst durch die Anwesenheit von Materie und Energie spannt sich der Raum auf -

- Ein Raum ohne jegliche Materie ist sinnlos.

Wie kann jetzt alle Materie in einem Punkt des Urknalls ohne den Raum mit unendlicher Dichte anwesend sein? Da ist das Doppelt-Problem:

- Unendliche Dichte der Materie (=Unsinn) und Abwesenheit des Raumes (=Nichtexistenz der Materie).

Eine weitere Definition von Einstein sagt:

- Raum ist da, wo sich Licht bewegt (und Zeit ist, wie lange es sich bewegt).

Da ist auch ein altes Problem

- mit welchem Recht gehört das Licht ausschließlich der Physik? -

aus seinem Status „Ignoranz der Raum-Zeit“? Das Licht nimmt klare Distanz von der Kontingenz durch den Status „Konstante der Natur“: sie ist unabhängig von dem Geschehen in der Natur und erreicht die Kontingenz anschaulich aus der Transzendenz.

Ich gehe jetzt der standarden Ansicht der Physik zurück.

Was geschah vor der „explosionartigen“ Ausdehnung des Raumes? Physikalisch absolut nichts in der Abwesenheit der „Zeit aus sich“. Und die Frage ist wirklich sinnlos. Aber! Physikalisch „nichts“ ist auch die Welle der Wahrscheinlichkeit als ontologisch „etwas“. Ein Urpunkt der Explosion enthielt in sich ontologische Korrelate aller heutigen Punkte im Weltall. Also: das wahre Ereignis der „Explosion“ geschieht auch „jetzt und da“:

- die „ewige“ Geburt des Universums ist „actus creativus prolongatus“!

Alles stammt aus dem Werk der Notwendigkeit. Das Geheimnis der Erschaffung des Weltalls liegt so in den Tiefen der Realität „jetzt und da“, nicht im Moment der Explosion vor 13,7 Milliarden Jahren. Es ist möglich jetzt zu beschließen:

- der physikalische Lauf der „Zeit aus sich“ (=innerhalb des Weltalls) stammt aus der ontologischen (=stehenden) „Zeit an sich“ (=außerhalb des Weltalls) -

und

- die physikalische Ausdehnung des „Raumes aus sich“ (=innerhalb des Weltalls) stammt aus der ontologischen „Raum an sich“ (=außerhalb des Weltalls).

Weiter ist alles „selbstverständlich“ im Sinne

- ein Leben simuliert den Weg des Lichtes durch das Weltall: alles beginnt und alles endet in einem Punkt (=der Ausgangspunkt der Reise und der Endpunkt der Reise sind dasselbe) -

und

- alles in der Welt hängt von den physikalischen Wechselwirkungen der Felder ab -

mit dem Problem „Feld“:

- ist es ausschließlich das Eigentum der Physik?

Nein! Warum?

Das „Feld“ wird gedacht:

- ist es danach ausschließlich das Eigentum der Vernunft?

Nein! Warum?

Es ist ursprünglich das Objekt der Ontologie.

Ist die Quelle physikalischer Welt (=mit dem Geschenk der Masse den Elementarteilchen) wirklich in dem „Higgs-Feld“?

Es kann auch nur von der eigenen ontologischen Natur gedacht werden:

- jedem Feld gehört so notwendigerweise die dreifältige Identität (=es ist zugleich physikalisch, ontologisch und geistig).

Wie also die grundlegende Eigenschaft „Masse“ der Elementarteilchen zustande kommt? Warum bestimmte Austauschteilchen (=die Eichbosonen der schwachen Wechselwirkung) nicht die Masse Null besitzen? Die neue These sagt jetzt resolut:

- die Elementarteilchen (=Quarks und Leptonen) gewinnen die Masse aus dem „Higgs-Feld“.

Kommt uns so die ganze Physik aus sich selbst? Unmöglich! Als erstens ist nicht zu vergessen: das Higgs-Feld ist nicht direkt messbar. Es braucht ein weiteres Teilchen (=das „Higgs-Boson“) für die Lieferung der Masse den anderen Teilchen (=durch die Wechselwirkung). Als zweitens entsteht die Frage: was geschieht tatsächlich im Prozeß der Wechselwirkung? Dabei ist jetzt sicher: der Zustand „unmessbar“ wird von dem Zustand „messbar“ ersetzt. Als drittens ist da noch nicht zu vergessen: das Photon ist auch das Feldquant des elektromagnetischen Felds mit dualer Natur. Es gehört der Physik als ein Teilchen (=als Objekt der Physik), ignoriert aber die eigene Angehörigkeit der Physik (=als eine Welle mit anschaulicher Angehörigkeit der Ontologie). Identisch müßte auch mit dem Higgs-Boson sein. Es „zieht“ hinter sich notwendigerweise ontologische Natur und unmittelbar aus dem Higgs-Feld: die mathematische Darstellung der Theorie enthält in sich wirklich keine Spur der Physik. Im Sinne der „Technik“ in der Quantheorie. Zum Beispiel: der Begriff „Rotation“ liegt dort in reiner Unvorstellbarkeit. Aber! Wir sind frei abstrakte Repräsentation der Rotation einführen. Danach kann diese Repräsentation in einem strickt bestimmten Formalismus (=im „Raum“ dieser Abstraktion, nicht im Raum der „Physik“) beobachtet werden. So entsteht ein Spiel zwischen zwei Welten: „Abstraktion“ nimmt die Rolle der „Realität“ über. Und geschieht etwas überraschend: sie liefert eine Reihe sinnvoller Informationen in wahrer Zustimmung mit experimenteller Situation.

Die „Wechselwirkung“ ist in diesem Sinne nur eine „Umwandlung der Realität“ mit dem Ergebnis: die Physik wird geboren.

Aus allem bisher folgt: der Physik gehört kein Recht von dem Status „Kontingenz“ urteilen. Das ist ausschließlich das Problem der Geistigkeit. Die Lösung kommt nur aus dem Leben mit der Frage: was bestimmt den Wert des Lebens? Die Anwort ist einfach:

- der Wert des Lebens ist ausschließlich in der Kompetenz der Moral.

Denn nur das Leben schaft wirklich unlösbare Probleme.

Zum Beispiel!

Ein Herrscher garantiert nach eigener Legislative volle Sicherhheit des Lebens einem ehrlichen Untertan. Dies gilt für alle, einschließend mit dem Herrscher selbst. Der Lauf des Lebens ändert das Vertrauen des Herrschers und ein bitterlicher Verdacht zerstört die Freundschaft zwischen ihnen. Der Untertan wird demzufolge nach dem Befehl des Herrschers getötet. Neue Umstände bringen aber reine Überraschung: der Untertan war unschuldig! Dann kommt die Reue mit unerträglichem Leid. Das Spiel des Gewissens beginnt. Das gebrochene Wort dem Freund ist Schmerz. Ausweg ist unmöglich. Jede Korrektur existiert mehr nicht. Der Untertan ist tot. Ja! So scheint nur im Laufe der Zeit in der Kontingenz. Notwendigkeit wartet aber ohne Eile. Reue? Ja oder nein? „Ja“ aus reiner Emotion bedeutet Rettung. „Nein“ bedeutet Strafe. Aus dem Wesen des Mörders, nicht aus dem Wesen Gottes. Denn der Mörder ist im Streit mit der Legislative der Existenz. Gott hat mit der Strafe nichts zu tun. Ihm ist alles „im voraus“ bekannt.

Diese Erzählung stammt aus wahrer Geschichte des ottomanischen Imperiums. Der Herrscher war Sultan Süleyman und Opfer war Großwesir Ibrahim Pascha.

Die Darstellung dieser Geschichte betrifft präzis die Frage der Moral oder das Zentralproblem des Lebens in dem verwickelten Verhältnis zwischen Kontingenz und Notwendigkeit. Mensch ist immer frei den Angebot Gottes (=in diesem Falle von Allah) auswählen

- Würdigkeit oder Unwürdigkeit? -

mit den ihm unbekannten Konsequenzen. Ja! Gott scheint so rätselhaft! Warum? Alles ist unlogisch aus der Kontingenz gesehen, alles aber total logisch aus der Notwendigkeit gesehen.

Der Unterschied ist nur eine tragische Folge der „Arbeit“ aus der Natur „Mensch“. Ja! Der erste Urmensch war ein Unerfolg der Notwendigkeit aus dem uns unbekannten Ziel. Der heutige Mensch ist nur ein Nebenprodukt dieser Katastrophe. Als eine Karikatur im Vergleich mit dem denkenden Wesen von Urmenschen. Er ist heute in einer Menge von Menschen, die uns als „Menschheit“ wohl bekannt ist! Diese Menge ist oft fähig „ingeniöserweise“ politisch zu wirken. Sie kann tragisch nur einen Menschen in der Rolle „Gottes“ suchen und finden. Jede Weltkrise bringt diese Gefahr an sich. Wir leben heute in einer Krise und im Zentrum dieser Gefahr. Das Rad des Übels muß einmal für immer aufgehalten werden. So bleibt noch zu fragen übrig:

- wünschen wir wirklich nichtzeitliche Existenz besitzen oder nicht?

Alles hängt von der Entscheidung der Menschen ab. Jeder Mensch steht nämlich vor dem Problem:

- hat das Leben ohne das vollständige Wissen in der Außenwelt (=Physik) einen Sinn? -

und

- hat das Leben ohne das erhebliche Gefühl in der Innenwelt (=Ontologie) einen Sinn?

Unmöglichkeit der Antworten in der Kontingenz ist tragisch! So die letzten Fragen lauten: „liegen die Antworten möglich im Hintergrund der Zeit?“ und „was ist der Wert der Antworten aus Unmöglichem?“ Der Gedanke schwebt jetzt genau nach dem Diktat aus den Gefühlen. Warum? Ich weiß nicht. Aber ich fühle:

- der Wert des Lebens ist unbezahlbar -

mit der Folge

- Unbezahlbarkeit opponiert der Unmöglichkeit im Versuch der Antwort -

aus dem geistigen Trieb „Erhaltung des Lebens“. Alles steht weiter in einer Übereinstimmung mit der Antwort aus dem Hintergrund der Zeit:

- den Menschen ist immanent ein geistiger Trieb „Erhaltung nichtzeitlicher Existenz aus dem Sinn unserer Anwesenheit in der Kontingenz“.

Wir sind mit einer tiefen Emotion (= „etwas“ kann nicht „nichts“ sein) begabt. Wie? Das Treffen zwischen „ich denke von etwas“ mit ontologischem Inhalt „etwas“ bestimmt die Erkenntnis dieser Emotion im geistigem Trieb „ich fühle etwas ohne das Wissen von etwas“.

Diese These kam mir aus den Gedanken von Professor pater Jože Krašovec.



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